Valentinstag-Special: All you need is … Books!

Jane Austen
Kaum steht Valentinstag vor der Tür, findet man in allen Buchläden traumhaft dekorierte Tische, mit den tollsten Liebesgeschichten von damals und heute. Da ich zugegeben eine Schwäche für schön präsentierte Bücher habe, entdecke ich mich immer wieder dabei, wie ich um diese Tische herumschleiche und in Versuchung gerate, mir eines der angepriesenen Werke zu kaufen. Und das, obwohl ich doch so überhaupt gar kein Fan von Liebesgeschichten bin!
Ja, richtig gehört, ich mag keine Liebesromane. Mochte ich noch nie. Nicht selten bin ich auch von den Liebesgeschichten genervt, die heutzutage bereits obligatorisch in Büchern aller Genre zu finden sind. Ebenso oft wurde mir bereits vorgeworfen, ich würde wohl kein Herz besitzen, nur weil es Nicholas Sparks nicht schafft, mich zu Tränen zu rühren und ich Alpträume von den Liebesgeschichten in John Green Büchern bekomme (Sorry an all die Fans). Was soll ich sagen, ich denke, ich habe einfach eine sehr niedrige Toleranzgrenze für alles, das kitschig ist. Oder zu wenig nachvollziehbar. Oder übertrieben dramatisch.
 
Na gut, natürlich gab es so manche Liebesgeschichte, die auch mich überzeugen konnte. Vielleicht lag es an besseren Charakteren, einer interessanteren Story oder einem Setting, welches mir mehr zugesagt hat. Schwer zu sagen. 
 
Heute werde ich euch jedenfalls ein paar Bücher vorstellen, die für mich eine gute Lektüre zum Valentinstag ausmachen. Zunächst jedoch hat mich interessiert, was denn nun wirklich die populärsten, beliebtesten Liebesgeschichten sind und habe mich dabei auf die Suche nach einer Goodreads-Liste gemacht, da sich diese aus Abstimmungen der User zusammensetzt. 

Hier das Ergebnis – Die TOP 5 „Best Love Stories“:

  1. Pride and Prejudice (dt. Stolz und Vorurteil) – Jane Austen
  2. Jane Eyre – Charlotte Bronte
  3. Twilight (dt. Biss zum Morgengrauen) – Stephenie Meyer
  4. The Notebook (dt. Wie ein einziger Tag) – Nicholas Sparks
  5. Romeo and Juliet (dt. Romeo und Julia) – William Shakespeare
Für weitere Inspirationen schaut euch einfach mal die gesamte Liste an.
 
Und wisst ihr was? Ich habe alle davon gelesen!! Da soll nochmal einer sagen, ich hätte keine Ahnung von guten Liebesromanen. 
Natürlich durften Jane Austen und William Shakespeare in der Liste nicht fehlen. Auch Nicholas Sparks war wenig verwunderlich für mich. Ob Twilight die Bezeichnung „Best Love Storie“ verdient, darüber lässt sich zwar streiten, wenn man jedoch an die Popularität dieser Reihe denkt, dann ist auch dieses Auftauchen im Ranking wenig überraschend. Mein Liebling aus der Liste ist übrigens Jane Eyre 😉

Classic Love Stories
Reden wir also über Klassiker. Tatsächlich ist meine #1 Love Story jene von Catherine und Heathcliff aus Wuthering Heights (dt. Sturmhöhe). Jeder, der das Buch gelesen hat, weiß ganz genau, dass diese Liebesgeschichte eigentlich aus einem einzigen, riesengroßen Drama besteht. Jedoch haben mich die Atmosphäre und das Setting des Buches so mitgerissen, dass es bis heute eines meiner liebsten Bücher aller Zeiten ist. Zudem habe ich eine Schwäche für unerträgliche Charaktere und das trifft auf so gut wie alle Figuren dieses Buches zu. Und Strenggenommen handelt es sich bei dem Buch auch nicht wirklich um einen Liebesroman, sondern mehr um eine Familen-Saga.
 
Wer an starken, interessanten Frauenfiguren interessiert ist (und das solltet ihr alle sein!), sollte sich A Room With A View (dt. Zimmer mit Aussicht) von E.M. Foster mal näher ansehen. Die Geschichte eine Frau, die sich zwischen Leidenschaft und dem, was gesellschaftlich von ihr erwartet wird, entscheiden muss und welche nicht davor zurückschreckt, einfach  mal „Nein“ zu sagen, in einer Zeit, die so etwas von Frauen nicht wirklich gewohnt war. 

Jane Austen Emma
Jane Austen ist ein Name, der immer wieder fällt, wenn es um Liebesromane geht. Gelesen habe ich bist jetzt nur Pride and Prejudice (dt. Stolz und Vorurteil) sowie Persuasion (dt. Überredung) und war von beiden so mäßig begeistert. Da ich Austen jedoch noch nicht ganz abschreiben möchte, lese ich aktuell Emma, eines der Werke, die der Beschreibung nach für mich am unterhaltsamsten klingen. Es erzählt von Emma, deren größtes Hobby das Verkuppeln ihrer Freunde und Bekannten ist. Na dann. 
Aber lassen wir Klassiker mal Klassiker sein. Was gibt es sonst noch für Geschichten, die auch Personen wie ich erträglich finden? Ich habe mal kurz einen Blick in meine Bücherregale geworfen und dabei noch das ein oder andere entdeckt.
Books about Love
Zum einen wäre da Silver Linings Playbook (dt. Silver Linings), ein Buch, von dem ihr sicher bereits alle gehört habt und zudem eines, das ich wesentlich besser fand als die Verfilmung. Die Geschichte von Pat, der seinen Frau Nikki zurückerobern will und plötzlich auf Tiffany trifft (eine der schrägsten Frauen überhaupt), welche ihm dabei helfen möchte, ist witzig, rührend und originell. Der letzte Brief von Tiffany an Pat ist eine meiner Lieblingsstellen des Buches.
 
Ich liebe Ian McEwan’s Schreibstil und sein Buch Atonement (dt. Abbitte) ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ein wirklich interessantes Werk von ihm ist jedoch auch Enduring Love (dt. Liebeswahn). Definitiv kein Buch, welches man als klassischen Liebesroman bezeichnen könnte, viel eher passt wohl die Bezeichnung Psychothriller. Doch das Thema „Liebe“ ist hier allgegenwärtig. Wir verfolgen viele interessante Konversationen und Geschehnisse innerhalb einer Ehe, die von einem liebeskranken Stalker auf die Probe gestellt wird. 
 
Dann wäre da noch The Princess Bride (dt. Die Brautprinzessin) von William Goldman. Ein Buch, welches ich zunächst nicht empfehlen wollte, da ich es bis heute nicht zu Ende gelesen habe. Der Grund jedoch, weswegen ich es trotzdem hier aufführen möchte ist, dass ich ein riesengroßer Fan der Verfilmung bin. Beide, sowohl Buch und Film, sind fast schon Klassiker, ich denke also, ihr werdet mit der Geschichte alle bereits bestens vertraut sein. Wenn nicht, dann möchte ich hier auch gar nicht zu viel verraten, außer dass euch Abenteuer, Fantasy, tolle Charaktere und eine große Menge Spaß erwarten. Wer den Film nicht gesehen hat, soll das bitte, bitte jetzt sofort nachholen! 
 
 Das waren also meine Romanvorschläge. Oder hättet ihr es gerne ein wenig kürzer? Bitteschön!

Short Love Stories
Ich habe diesen Monat zwei Kurzgeschichtensammlungen gelesen, zum einen Love: A Short Story Collection (keine deutsche Übersetzung) mit Geschichten mehrerer Autoren, zum anderen What We Talk About When We Talk About Love (dt. Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden) von Raymond Carver. Beide waren sehr unterschiedlich, jedoch auf ihre eigene Weise interessant. 
 
Love: A Short Story Collection setzt sich mit den verschiedensten Formen von Liebe auseinander und fragt: Was ist Liebe eigentlich? Es war besonders schön, wie die einzelnen Geschichten die unterschiedlichsten Aspekte von Liebe beleuchtet haben, jedoch fand ich manche Erzählungen gelungener als andere (doch das ist bei Kurzgeschichtensammlungen ja meistens so). Auch wenn ich nicht restlos von der Sammlung begeistert war, würde ich sie trotzdem weiterempfehlen, da sie schnell zu gelesen ist und ein paar der Geschichten wirklich schön waren. Das Ebook gibt es zudem für unter 3€.
 
What We Talk About When We Talk About Love habe ich jedoch vergöttert. Diese Sammlung ist das erste Werk, welches ich von Raymond Carver gelesen habe, wird jedoch sicher nicht das letzte sein. Die Geschichten sind alle recht kurz und einfach gehalten (Carver wird nicht umsonst oft mit Hemingway verglichen), sein Stil ist jedoch großartig. Die einzelnen Kurzgeschichten zeigen mehr oder weniger Ausschnitte aus dem Leben verschiedenster Personen und leben davon, wie der Leser sich all das, was außerhalb dieses Rahmes geschieht, selbst erarbeitet. Düster, ehrlich und absolut lesenswert. Beziehungen und Gefühle spielen eine große Rolle, die typischen Love Stories darf man hier jedoch nicht erwarten. Die Erkenntnis, die man am Ende aus den Geschichten ziehen kann, ist eben genau diese, dass wir letztlich keine Ahnung haben, wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden. 

Die Titelstory ist übrigens auch jene, die im Film Birdman als Bühnenadaption aufgeführt werden soll 😉

 
Wenn ich an Liebe und Graphic Novels denke, dann fällt mir sofort Blue Is The Warmest Color (dt. Blau ist eine warme Farbe) von Julie Maroh ein. Eine wunderschöne, aber auch traurige Liebesgeschichte von dem Coming-Out zweier Teenager, Emma und Clementine. Nicht nur die Story, auch die Illustrationen sind wirklich gelungen.
 
So, das war’s mit meinem (viel zu langen) Valentinstag-Special. 
Ich wünsche euch alle einen wunderschönen Tag, egal ob ihr ihn mit euren Liebsten oder einem guten Buch verbringt! 
Habt ihr bereits Bücher davon gelesen oder interessiert auch für sie? Mögt ihr Liebesgeschichten? Was sind eure liebsten Liebesromane? Habt ihr Empfehlungen für mich?
Folge:
Teilen:

3 Kommentare

  1. 15. Februar 2016 / 22:07

    Hallo Jen,

    ich bin auch nicht der große Fan von ausgesprochenen Liebesromanen. Es darf ruhig auch noch ein bisschen Abenteuer dabei sein, so wie bei James Patterson's "Heart.Beat.Love.". Ich lese es gerade und bin bis jetzt ganz begeistert.
    Ein fehlendes Happy End begeistert mich meist auch mehr, als ein kitschiger Schluss.
    Bei David Levithan's "Letztendlich sind wir dem Universum egal" fand ich die Lovestory auch sehr schön. Und heute habe ich gerade "Alles, was ich von mir weiß" rezensiert, auch eine Liebesgeschichte. Aber auch ein Buch über das Erwachsenwerden (steht bei mir ja noch an, ha, ha…). Das Buch hatte zwar ein paar Längen, aber das Ende war wirklich sehr schön.

    Mit Jane Austen verbindet mich bisher nur ein unschönes Erlebnis in Bath. Da hat mich die Schwester des Jane Austen Museums-Besitzers furchtbar angeschrien, weil ich die Treppe falsch heruntergegangen bin und nicht sofort reagiert habe. Ich war damals 9 Jahre alt und habe ihr englisch natürlich nicht verstanden. Sie hat sich dann zwar entschuldigt, aber Jane Austen (obwohl sie nichts dafür kann) hatte ab da keine Chance mehr bei mir.

    Von "Notebook" kenne ich nur den Film und finde ihn toll, liegt sicher auch ein bisschen am Hauptdarsteller Ryan Gosling. 😉 Es ist aber wirklich eine sehr schöne Liebesgeschichte in meinen Augen.

    Und du magst also John Green überhaupt nicht? Ich habe noch nicht viel von ihm gelesen, aber mir gefällt sein Schreibstil eigentlich sehr gut. Und ich mag seinen Vlog, er ist witzig.

    Ja, nun fallen mir keine Liebesgeschichten mehr ein. Ich habe das Gefühl, umso mehr ich lese, umso weniger fallen mir spontan die Bücher ein, die mich wirklich bewegt haben. Irgendwie komisch.

    Es war jedenfalls wieder ein schöner Artikel hier bei dir und ich freue mich schon auf den nächsten.

    Liebe Grüße,
    Charli

  2. 17. Februar 2016 / 00:01

    Hallo Charli,

    "Heart.Beat.Love." hätte ich mir fast mal gekauft, weil ich das Cover toll fand. Vielleicht sollte ich es wirklich damit versuchen.
    Die Vlogs von John Green und seinem Bruder mag ich eigentlich auch ganz gern, aber seine Bücher sind irgendwie nichts für mich. Ich hab allerdings auch nicht alle gelesen. Ich kenne natürlich "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und fand es, um ehrlich zu sein, ganz furchtbar, aber mir ist klar, dass ich mit dieser Meinung definitiv in der Minderheit bin. An dem Buch mochte ich vieles nicht, vor allem aber fand ich manche Dialoge wahnsinnig unrealistisch. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, ob es tatsächlich Teenager gibt, die so reden. Es liest sich natürlich sehr schön und klingt wahnsinnig poetisch, aber ich konnte mich irgendwie gar nicht in die Figuren hinein versetzen. Und ab da konnte ich das Buch dann auch irgendwie nicht mehr ernst nehmen. Ich glaube, ich bin aber auch einfach nicht die Zielgruppe für das Buch.
    Und zu "The Notebook" – Ryan Gosling macht grundsätzlich alles besser 😉 Ich fand das Buch auch okay, nur wahnsinnig begeistert war ich eben nicht davon.
    Liebe Grüße, Jen

  3. 17. Februar 2016 / 16:53

    Hallo Jen,
    "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich gar nicht gelesen. Ich habe immer ein bisschen Probleme mit diesen überhypten Büchern, aber "Margos Spuren" hat mir gefallen. Meiner Mami übrigens auch, obwohl sie wohl gar nicht mehr zur Zielgruppe gehört. 😉 Und seine weihnachtliche Kurzgeschichte in "Let it snow" fand ich auch sehr schön.
    Aber die Geschmäcker sind ja verschieden und manchmal passt ein Buch eben einfach nicht.
    Liebe Grüße
    Charli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*