Rezension: „Unter Wasser atmen“ von Julie Orringer (Kurzgeschichtensammlung)

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Originaltitel: How to Breathe Underwater
dt. Titel: Unter Wasser atmen
Autor: Julie Orringer
Verlag: Knopf
Seiten: 222
Dt. Verlag: KiWi Taschenbuch

 

Julie Orringers großartige Kurzgeschichtensammlung How To Breathe Underwater | Unter Wasser atmen setzt sich aus den folgenden 9 Geschichten zusammen:

  1. Pilgrims | Pilgerväter – 3.5/5
  2. When She Is Old and I Am Famous | Wenn sie alt ist und ich berühmt 4/5
  3. The Isabel Fish | Der Isabel-Fisch – 5/5
  4. Note to Sixth-Grade Self | Ratschläge an ein Sechtstklässler-Ich – 5/5
  5. The Smoothest Way Is Full of Stones | Der ebenste Weg ist voller Steine – 4/5
  6. Care | Obhut – 4.5/5
  7. Stars of Motown Shining Bright | Motowns Sterne leuchten hell – 4/5
  8. What We Save | Was bleibt – 4/5
  9. Stations of the Cross | Stationen des Kreuzwegs – 5/5

 

Meine absoluter Favorit darunter war The Isabel Fish!

Jeder dieser 9 Kurzgeschichten beschäftigt sich auf eine Art und Weise mit dem Thema Verlust. Daher gibt es auch gleich mal eine Warnung vorweg: Unter Wasser atmen ist keine „nette“ Kurzgeschichtensammlung, sondern oft sehr düster und bedrückend. Krankheit, Tod, der Verlust von Unschuld jeglicher Art und die oftmals harte Realität des Erwachsenwerdens sind hier zentrale Themen. Und auch wenn die Geschichten voll von starken, mutigen Charakteren sind, gibt es hier nicht immer ein Happy End.

Die Protagonisten sind hier allesamt Mädchen und junge Frauen, die versuchen, trotz all der Grausamkeiten, die einem das Leben manchmal bietet, ihren Weg zu finden. Die Gefühle der Figuren stehen dabei im Mittelpunkt und Julie Orringer schafft es hervorragend, einem diese auf eine ehrliche und mitreißende Art näherzubringen. Die Geschichten sind mit sehr viel Ruhe und Feingefühl erzählt und es lässt sich unheimlich viel zwischen den Zeilen lesen. Gleichzeitig schreckt Orringer aber auch nicht davor zurück, den Leser mit sämtlichen Unbarmherzigkeiten zu konfrontieren.

Unter Wasser atmen ist eine wirklich eindrucksvolle Kurzgeschichtensammlung, die ich nur jedem empfehlen kann, der auch mit etwas finstereren Themen klarkommt (darunter auch Mobbing, Drogenabhängigkeit, Krebs, etc.). Viele der Geschichten werden mir sicher noch lange im Kopf bleiben und mich beschäftigen.

Tipp: Um die einzelnen Geschichten voll wirken lassen zu können, würde ich empfehlen, nicht mehr als eine pro Tag zu lesen, auch wenn das Buch recht dünn ist und daher geradezu dazu einlädt, es in einem Rutsch zu verschlingen. Auch wenn ich keine der Erzählungen beim erstmaligen Lesen schlecht fand, haben sich einige davon erst nachdem ich mich näher mit ihnen beschäftigt habe, zu Favoriten herauskristallisiert. Die Geschichten lassen sich auch sehr gut nochmal lesen und haben dann oftmals einen noch viel größeren Effekt. Ich werde die Kurzgeschichtensammlung sicher noch oft zur Hand nehmen und darin blättern.

 

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