Hamburg: Weihnachtsmärkte und Disney-Musicals

 

Letzte Woche ging es für mich nach Hamburg!

Ich kannte Hamburg bis jetzt nur zur Sommerzeit und mochte die Stadt eigentlich immer ganz gerne, war daher umso gespannter, sie auch endlich mal in der Weihnachtszeit zu besuchen. Von verschiedensten Seiten haben ich nämlich schon des öfteren gehört, wie schön die Weihnachtsmärkte in Hamburg sein sollen.

Der eigentliche Grund für meinen Besuch war jedoch ein anderer, und zwar habe ich mir endlich das König der Löwen Musical angesehen und damit sich der Städtetrip richtig lohnt, auch gleich noch ein weiteres Disney-Musical, nämlich Aladdin, besucht. Und da ich meine Meinung zu den Musicals unbedingt irgendwo loswerden will, gibt es dazu jetzt einen Blogbeitrag. Der ein oder andere von euch interessiert sich vielleicht auch dafür und weiß dann zumindest, was einen dabei erwartet.

Zunächst aber noch kurz ein Wort zu den Weihnachtsmärkte in Hamburg, die sind nämlich in der Tat wirklich schön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Es gibt sehr viel nette, hangemachte Sachen und generell herrscht eine tolle Atmosphäre. Mehr als drei haben wir aber leider in den wenigen Tage nicht geschafft.
Ich liebe die Weihnachtszeit und bin ein riesen Fan von Weihnachtsbeleuchtung und Deko jeglicher Art. Hamburg hat als Stadt in der Hinsicht einiges zu bieten und mir sehr gut gefallen.

 

Gänsemarkt:

Recht klein und vorwiegend Essen/Trinken, aber trotzdem echt nett. Empfehlenswert dort ist auf jeden Fall Cranberry-Punsch mit Armaretto-Schuss und natürlich Hamburger Schmalzkuchen. Sehr lecker! Bis 23.12. geöffnet.

 

Historischer Weihnachtsmarkt (Rathaus):

Am größten von den drei Märkten und mit einigen interessanten Verkaufsständen. Die handgeschnitzten Holztiere fand ich besonders toll. Leider war mein Koffer zu klein, sonst hätte ich mir eine Figur mitgenommen. Bis 30.12. geöffnet.

 

Weißer Zauber an der Alster (Jungfernstieg):

Direkt am Wasser gelegen und wunderschön beleuchtet. Den Weihnachtsbaum, der sich auf einer kleinen Insel am Wasser befindet, fand ich auch besonders nett. Einziger Nachteil ist, dass es dort natürlich besonders windig ist. Bis 30.12. geöffnet.

 

Jetzt aber endlich zu den MUSICALS!

 

Disney-Musical ALADDIN:

Am ersten Tag ging es für mich und meine Mutter zu Aladdin im Theater Neue Flora.
Aladdin ist einer dieser Disney-Filme, die ich als Kind unzählige Male gesehen hab und damit also absolut meine Kindheit verbinde. Ich war also super gespannt, wie es als Musical umgesetzt sein würde.

Bereits vorab haben wir im Flyer gelesen, dass besonders die Kostüme ein absoluter Hingucker sein sollen, da mit tausenden von Swarovski-Steinen besetzt. Das kann ich nur bestätigen. Teilweise hat auf der Bühne so viel gefunkelt und gestrahlt, dass man gar nicht mehr wusste, wo man hinsehen soll.

Die Darsteller haben meiner Meinung nach alle vollkommen überzeugt, sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Besonders hervorzuheben ist Enrico De Pieri in der Rolle des Dschinni. Er hat seinen Job wirklich großartig gemacht und alleine deswegen ist das Musical schon sehenswert. Am Ende gab es auch deutlich den meisten Applaus für ihn.

Mein absolutes Highlight war jedoch das Bühnenbild. Ich habe schon etliche Musicals und Theateraufführungen gesehen, aber an Aladdin hat nichts auch nur annähernd herangereicht. Die wohl berühmteste Szene aus dem Film, in der Aladdin und Jasmin auf dem Teppich unterm Sternenhimmel über Agrabah fliegen, war so unglaublich schön umgesetzt, dass ich am liebsten die ganze Kulisse eingepackt und mit nach Hause genommen hätte. Aber auch die magische Höhle und sämtliche andere Schauplätze waren traumhaft inszeniert.

Alles in allem hätte uns Aladdin also tatsächlich sehr gut gefallen, allerdings gab es einen Kritikpunkt, der uns beide so sehr gestört hat, dass es uns das tolle Musicalerlebnis ein wenig zerstört hat.
Ich bin grundsätzlich kein Fan davon, wenn man Geschichten zwanghaft auf modern trimmt. Gerade bei einem Disney-Klassiker wie Aladdin finde ich das jedoch besonders schade. Ich will hier kein „Das bekommt einen fetten Facebook-Like von mir“ hören, denn das passt einfach nicht in dieser verzauberte Welt von 1001 Nacht. Fast noch schlimmer fanden wir beide jedoch die penetranten Anspielungen auf die Deutsche Popkultur – Helene Fischer und das Dschungelcamp haben bei Aladdin nichts verloren. Und ich möchte auch nichts über Angela Merkel hören.
Erstaunlich war auch, zumindest vor der Vorstellung für mich, dass kaum Kinder im Musical waren. Nach der gebotenen Inszenierung muss ich jedoch sagen, dass mit vielen Anspielungen Kinder wahrscheinlich auch gar nichts anfangen können. Vermutlich kennen viele die alten Disney-Klassiker jedoch sowieso nicht mehr.

Insgesamt also eigentlich ein gutes Musical, das aber leider den Zauber, den Aladdin und diese Welt mit sich bringt, etwas zerstört hat durch unnötige Modernisierung. Allein wegen des Bühnenbildes und den Kostümen aber auf jeden Fall sehenswert, solange man sich nicht zu sehr daran stört. 

 

Disney-Musical DER KÖNIG DER LÖWEN:

Zu allererst muss ich sagen, dass ich das Der König der Löwen Musical schon unglaublich lange sehen wollte. Es läuft mittlerweile seit ganzen 15 Jahren in Hamburg im Theater im Hafen und ich seit mindestens der Hälfte der Zeit steht es auf meiner Bucket List. Meine Vorfreude war dementsprechend groß. Zudem hab ich davor wirklich nur die allerbesten Sachen darüber gehört, besonders was die Kostüme betrifft.

Jetzt kann ich sagen, die Kostüme sind auch das absolute Highlight des Der König der Löwen Musicals. Die Eröffnungszene, in der alle Tiere nach und nach auf die Bühne kommen und dafür auch die Seitenwege durchs Publikum entlanggehen, ist grandios. Da gibt es allerhand zu bestaunen – von Giraffen mittels Stelzen, einem riesigen Elefanten bis zu Vögeln, die über die Köpfe des Publikums schweben. Hier hat sich jemand wirklich gut überlegt, wie man die einzelnen Tiere am besten in Szene setzen kann und die Kostüme mit wahnsinnig viel Kreativität entwickelt. Auch die Hyänen, die im weiteren Verlauf auftauchen, waren unglaublich gut gemacht.

Leider hört es damit dann aber auch schon wieder auf. Für mich konnte das Stück einfach gar nichts, meine Mutter war leider auch der selben Meinung. Kritikpunkte: Die Inszenierung der Story konnte nicht überzeugen, gesanglich wurde nicht viel geboten und Emotionen kamen eigentlich gar keine auf. Ich weiß noch sehr gut, dass Mufasas Tod damals eine der schlimmsten und traurigsten Filmszenen für mich war. Im Der König der Löwen Musical jedoch hat mich die Szene recht kalt gelassen. Zu den Figuren konnte ich generell nicht wirklich eine Verbindung aufbauen.

Die Kritik mag jetzt etwas hart klingen und ich weiß auch, dass das Musical sehr viele Fans hat, die absolut begeistert davon waren (sorry an all jene). Mir ist persönlich jedoch schleierhaft, wie es sich so lange halten konnte. Grandiose Kostüme allein reichen für mich nicht aus. Ich habe schon etliche Musicals gesehen und nicht von allen war ich begeistert, Der König der Löwen fand ich alledings besonders enttäuschend. Natürlich war meine Erwartung recht hoch, dennoch hätte man hier so vieles besser machen können.

Wie auch bei Aladdin gab es hier ebenfalls Anspielungen auf Helene Fischer und Ich bin ein Star, holt mich hier raus, das gehört anscheinend zum Grundprogramm. Kam allerdings beim Publikum weniger gut an. Im Vergleich zu Aladdin gab es nach Ende der Vorstellung recht wenig Applaus und auch niemanden im Ensemble, der/die auffallend gut ankam und mehr beklatscht wurde. Die Kinder im Publikum konnte man ebenfalls an einer Hand abzählen.

Witzig ist jedoch die Anfahrt bzw. Rückfahrt, denn hierfür gibt es ein extra Der König der Löwen Shuttelboot, welches von den Landungsbrücken aus abfährt und kostenlos alle Musicalgäste zum Theater fährt. Die Fahrtzeit beträgt nur wenige Minuten. Wer nicht mit dem Schiff fahren möchte, kann das Theater aber natürlich auch mit dem Auto erreichen.

Fazit: Der Kostüme wegen auf jeden Fall sehenswert, die Inszenierung sonst aber sehr enttäuschend und lieblos, sowie gesanglich wenig überzeugend. Das Disney-Feeling kam überhaupt nicht auf. Helene Fischer und Co. passen hier genauso wenig wie bei Aladdin und mit seinen fast drei Stunden (allerdings inkl. Pause) ist es meiner Meinung nach auch zu lang. Zumindest dann, wenn einen das Stück einfach nicht packt.

 

 

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