Rezension: „A Head Full of Ghosts“ von Paul Tremblay

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Originaltitel: A Head Full of Ghost
Autor: Paul Tremblay
Verlag: William Morrow Paperbacks
Seiten: 320

 

Diesen Sommer habe ich Paul Tremblays Roman Disappearance at Devil’s Rock gelesen und obwohl ich dem Buch nur 3 Sterne gegeben habe (es war nicht schlecht, allerdings hat irgendwas gefehlt), hat mich etwas an der Art, wie es geschrieben war, doch neugierig auf Paul Tremblays andere Bücher gemacht. Über A Head Full of Ghosts habe ich eine Menge Gutes gehört und es passend zur Halloweenzeit mal zur Hand genommen.

 

INHALT:

A Head Full of Ghosts hat ein großartiges Konzept, das mich sofort neugierig gemacht hat. Man könnte quasi sagen es ist Der Exorzist meets Reality TV. Klingt schräg, aber auch genial. Irgendwie.

Die Barretts leben in New England und haben zwei Töchter, Marjorie und Merry. Der Vater ist mittlerweile arbeitslos, die Familie also finanziell nicht gerade gut gestellt. Als die ältere der beiden Töchter immer verhaltensauffälliger wird und Zeichen darauf hindeuten, dass sie von einem Dämon besessen ist, bietet sich für die Familie eine einzigartige Gelegenheit: Exorzismus, und zwar als Reality Show. Damit lassen sich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn nicht nur wird der Tochter geholfen, der Fernsehsender bietet ihnen zudem noch eine Menge Geld dafür.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen während der Zeit der TV-Serie und den aktuellen Geschehnissen, zum anderen in der Zukunft einige Jahre nach dem Ereignissen. Dort ist die jüngere der beiden Töchter, Merry, aktuell mit einer Schriftstellerin in Kontakt, welche die damaligen Geschehnisse wieder aufrollen und darüber schreiben möchte. Weiters gibt es Beiträge eines Blogs, den Merry unter falschem Namen führt und darauf die ehemalige Reality-Show bis ins kleinste Detail analysiert und die ein oder andere Theorie aufstellt. Natürlich weiß niemand, dass sie selbst hautnah dabei war.

Was auf den ersten Blick wie ein bizarrer, trashiger Horrorroman wirkt, entpuppt sich im Laufe des Geschehens als weitaus vielschichtiger. Der wirkliche Horror hier ist nämlich nicht dort zu finden, wo man ihn zunächst erwartet – in einem fiesen Dämon, der von einem Mädchen Besitz ergriffen hat – sondern in der Familie selbst. A Head Full of Ghosts ist ein Familiendrama, das grausamer kaum sein könnte.

Die beiden Töchter sind so wunderbar interessante Charaktere und ihre Beziehung untereinander so besonders, dass ich gerne noch viel mehr über die beiden gelesen hätte.

 

FAZIT:

A Head Full of Ghosts ist unheimlich und zwar so, dass man es nicht alleine im Dunkeln lesen möchte (zumindest ich nicht, aber vielleicht bin ich auch ein schlechtes Beispiel). Es ist erschütternd, ergreifend und ganz anders als alles, das ich bisher gelesen habe. Ich hatte mir von dem Buch nicht sonderlich viel mehr erwartet als kurzweilige Unterhaltung, aber so viel mehr bekommen. Hier passiert viel zwischen den Zeilen, einiges wird nur angedeutet, der Leser muss für sich selbst entscheiden, was er glauben will, welche Schlüsse er aus dem ihm Präsentierten ziehen will.

Eine weitere Sache, die gerade mir als ehemalige Filmwissenschaft-Studentin super viel Spaß gemacht hat zu lesen, ist der ganze Prozess des Filmens der Reality TV Serie. Man verfolgt quasi, was vor und hinter der Kamera passiert und wie bizarr und eben nicht real Reality TV wirklich ist (was so mancher Fan dieses Formats oftmals gerne verdrängt).

Alles in allem kann ich das Buch wirklich nur empfehlen. Sowohl an Horrorfans, als auch an jene, die normal eher nichts in diese Richtung lesen. Man darf hier natürlich nicht zu hohe Erwartungen an den Horror stellen, da auf recht wenigen Seiten noch so viel mehr passiert, aber als Gesamtwerk funktioniert es meiner Meinung nach sowohl für Horror- als auch Nicht-Horrorleser. Zudem hat Stephen King auf Twitter eine Empfehlung für das Buch ausgesprochen, das heißt ja auch mal was.

 

Folge:

1 Kommentar

  1. 4. Dezember 2016 / 13:18

    Das Buch ist mir bislang noch nicht unter die Augen & zwischen die Finger gekommen, deine Rezension jedoch macht mich Neugierig! Ich werde mir das Buch mal genauer anschauen (=

    Liebe Grüße,
    Janna

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